Kann Coaching unerwünschte Begleiterscheinungen haben?

Unter den Coaching-Angeboten liegt Business-Coaching noch immer ganz vorne. Für eine Studie der Stanford University wurden Hunderte von Top-Managern befragt, von denen sich fast hundert Prozent einen Coach als Unterstützung wünschen.

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Forschung über negative Effekte von Coaching?

Lt. Professor Carsten C. Schermuly hat Coaching aber auch negative Effekte. Er hat über negative Begleiterscheinungen im Business-Coaching geforscht.

Im Grunde ist es eher unwahrscheinlich, dass es bei Beziehungen zwischen Menschen und so auch zwischen Coach und Coachee zu keinen negativen Effekten kommt. Somit kann es auch in einer Coaching-Partnerschaft nicht nur positive Erfahrungen geben. Belege gibt es dafür bereits aus Coaching ähnlichen Beratungsformen.

Negative Effekte auch beim Mentoring?

Ein Beispiel ist Mentoring. Hier kann es zu unerwünschten Begleiterscheinungen für den Mentee kommen.

Die Forschung dient dazu, genauere Qualitätsstandards im Coaching zu entwickeln. Das Wissen über die negativen Effekte kann der Ursachenforschung dienen um diese zu erkennen, zu verhindern oder vielleicht sogar produktiv im Coaching zu nutzen. 

Da es sich hierbei um einen jungen Forschungsbereich handelt, sind aktuell kontrollierte Studien mit objektiven Massen oder Kontrollgruppen noch nicht möglich. Hinzu kommt der ethische Aspekt, dass negative Effekte nicht provoziert werden können um sie dann zu untersuchen.

So ist die Coaching-Forschung in diesem Bereich auf die Einschätzungen von Coachee und Coachs angewiesen, die subjektiv sind.

Sind negative Effekte gleich Misserfolge?

Negative Effekte im Coaching werden nicht mit Misserfolgen gleichgesetzt. Ähnlich einem wirksamen Medikament können dennoch Nebenwirkungen auftreten.

So können beim Coachee Probleme angestossen werden, die dann im Coaching nicht mehr bewältigt werden . Eine andere negative Erfahrung ist es, dass die Ziele des Coachee häufig verändert werden.

Bisher hat sich gezeigt, dass sich negative Effekte reduzieren, wenn beim Coaching wenige Probleme sehr konzentriert behandelt werden. Eine ausreichende Diagnostik wirkt sich ebenso positiv aus wie eine ausführliche Einarbeitung des Coachs in die Problematik des Klienten.

Zuletzt ist eine realistische Vorstellung des Klienten und eine hohe Motivation ebenso vorteilhaft für das Gelingen des Coachings.